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Wer einen Border Collie als Hütehund ausbilden möchte, sollte einige grundsätzliche Dinge beachten:

Wenn wir mit Tieren arbeiten, geben wir uns ihnen als einen der ihrigen zu erkennen. Wir sind dann auf der Ebene des Tieres, wenn auch ranghöher. Eine Umkehrung ist nicht möglich.

Hunde leben nicht in einer Demokratie sondern in einer Hirachie. Die Hirachie zwischen Ausbilder und Hund muß ohne wenn und aber geklärt sein.

Nicht jeder Border Collie eignet sich als Hütehund


Was heißt Ausbildung beim Border Collie?
Zu welchem Zeitpunkt beginnt die Ausbildung?
Welche Kommandos braucht der Welpe?
Die Kommandos der Hüteausbildung
Wie belohne ich meinen Border Collie?
Die ersten Schritte beim Vieh

Das Stoppkommando
Die Melodie der Stimme ist Lob und Tadel
Die 12 Uhr Position
Das Vorwärtskommando
Der Punkt der Balanc
e, ruhiges Wegtreiben und das Kommando Langsam
Die Rechts und Linkskommandos
Übungen mit den vier Grundkommandos
Das Sammeln des Viehs


Was heißt Ausbildung beim Border Collie

Border Collies die zur Hütearbeit gezüchtet wurden bringen ihre Natürlichkeit das Vieh zu kontrollieren mit. Es entsteht hier die Frage ob wir diese Hunde überhaupt ausbilden oder ob es nicht sinnvoller ist, davon zu reden, ihre ererbten Neigungen und Fähigkeiten in unsere gewünschten Bahnen zu lenken.
Einen Artikel dazu schrieb Frau Dr. Viola Hebeler:
Quo Vadis Border Collie-Traumhund oder Problemhund ?
In diesem lesenswerten Beitrag ist die Einzigartigkeit des "Hüteverhaltens Border Collie" klar dargestellt.

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Zu welchem Zeitpunkt beginnt die Ausbildung?

Ich denke man muss hier unterscheiden zwischen Grundausbildung und Ausbildung am Vieh. Die Grundausbildung beginnt mit dem Erwerb des Hundes, die Ausbildung am Vieh sollte nicht vor einem Jahr beginnen. Vergleicht man das Menschenalter mit dem der Hunde ist festzustellen, dass das Hundealter nicht wie früher angenommen, pauschal mit 7 Jahren umgerechnet werden kann. Größere Hunde altern schneller als kleinere. Ein Border Collie ist mit einem Jahr ca. 14 Menschenjahre alt. Beginnt man zu diesem Zeitpunkt mit der Ausbildung am Vieh, ist das immer noch sehr früh. Erwachsen ist der Border in diesem Alter noch nicht. Höchstleistungen darf man noch nicht erwarten. Eine fundierte Ausbildung braucht ihre Zeit. Bis ein Hund sein Handwerk beherrscht, sollte man ihm 3-4 Jahre dieser Zeit geben. Das heißt nicht, dass der Border Collie nicht schon früher am Vieh einsetzbar ist, er lernt jedoch sehr viel aus Erfahrung und es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Auch wenn dieser Hund erwachsen aussieht, im Kopf ist er noch ein Kind!
(Chuka Hank, auf dem Foto 14 Monate alt)

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Welche Kommandos braucht der Welpe?

Für MEINE Zwecke braucht ein Welpe bzw. Junghund nur ein Kommando und das ist "Hier". Kommandos wie "Sitz", "Bei Fuß" brauche ich im täglichen Umgang mit ihnen nicht. Folglich bringe ich es den Hunden auch nicht bei.
Braucht Ihr Hund andere Kommandos sollten Sie diese in Freizeit- und Arbeitskommandos einteilen.
Die Arbeitskommandos "Platz", "Rechts", "Links", "Komm gerade", "Zurück" etc, erlernen meine Border Collies erst beim Vieh. Diese Kommandos soll der Hund immer in Verbindung mit seiner Hütearbeit sehen. Wenn er das Vieh arbeitet, soll auch sein Blick und seine Konzentration dort sein. Jede Ablenkung und jeder Blickkontakt zu mir ist unerwünscht. Lernt bereits der Welpe ein Platzkommando, besteht die Gefahr dass er später bei der Arbeit stets mich anschaut, wenn er dieses Kommando hört.

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Die Kommandos der Hüteausbildung

müssen für den Hund klar trennbar und gut hörbar sein. Heißt mein Hund "Rex" darf ich das Kommando "Rechts" nicht verwenden. Auch der Mensch braucht verwechslungssichere Kommandos. Rufe ich z.B. "Geh rechts" und "Lauf links", wird sich der Hund nur die ersten Worte "geh" und "lauf" einprägen und darauf rechts und links reagieren. Verwechsele ich nun das Kommando in "Geh links" bzw. "Lauf rechts", darf ich nicht erwarten, dass der Hund auf "Lauf rechts" auch nach rechts läuft. Ich verwende deshalb "Rechts raus" und "Lauf links". Diese Kommandos sind verwechselungssicher.
Rechts raus = r r , Lauf links = l l.
Um den Hund zu stoppen benutze ich den Befehl
"Mach Platz".
Zum vorwärts treiben des Viehs gebrauche ich das Kommando
"Komm gerade".
Diese vier Kommandos sichern die Grundausbildung des Hütehundes. Später kommen noch drei Befehle hinzu.
"Zurück" damit der Hund eine weitere Gruppe Vieh wahrnehmen kann. "Außen", wenn der Hund zu dicht am Vieh arbeitet. "Geh rein", um eine Gruppe Vieh zu teilen bzw. den Border Collie dichter am Vieh arbeiten zu lassen. Weiterhin sollte man auf Zischlaute bei der Wahl der Kommandos verzichten. Der Border Collie lässt sich mit einem "Tschsch" gut stimulieren. Ich benutze dieses "Tschsch" während der gesamten Ausbildung um den Hund aufzumuntern bzw. ihn zu animieren. Ein Platzkommando Namens "Kusch" wäre also fehl am Platze.
Habe ich mehrere Hunde, braucht jeder seine eigenen Kommandos. Um hier jeder Verwechselung vorzubeugen benutze ich den zweiten Kommandosatz in Englisch. Eine wörtliche Übersetzung darf man jedoch nicht vornehmen.

Hier = That'll do
Mach Platz = Lie down
Komm gerade = Get up
Lauf links = Come by
Rechts raus = Away to me
Langsam = Steady
Schau zurück = Look back
Außen = Out
Geh rein = Walk in

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Wie belohne ich meinen Border Collie?

Mein Hund hat alles richtig gemacht und bekommt trotzdem kein Leckerlie zur Belohnung? Einzige eventuelle Ausnahme: Das erlernen des Kommandos "Hier" beim Welpen.
Die Belohnung für den Border Collie ist das Bewegen des Viehs. Das Gefühl die zu hütende Gruppe zu kontrollieren setzt im Border Collie Glückshormone frei. Arbeit heißt für diese Hunde nichts anderes als Zufriedenheit.
Diese Tatsache kann ich mir als Ausbilder zum Nutzen machen, indem ich das Bewegen des Viehs nur zulasse, wenn der Hund seine Arbeit korrekt macht. (z.B. nach gutem Flankieren)

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Erste Schritte beim Vieh

Mit ca. 12 Monaten nehme ich meine Hunde zur Ausbildung mit zum Vieh, wobei das Wort Ausbildung nur bedingt zutrifft. Wir lenken die Fähigkeiten der Border Collies in unsere Bahnen.
Wenn ich den Begriff "Befehl" oder "Kommando" benutze, ist auch das nur bedingt richtig. Für einen fertig ausgebildeten Hütehund trifft dieses Wort nicht mehr zu. Kommunikation ist dann die bessere Ausdrucksweise.

Was wird ein Hund tun, wenn er das erste Mal Schafe oder Rindvieh bewusst wahrnehmen soll oder darf? Er ist im siebten Himmel, wird alles um sich herum vergessen, auch uns Menschen, und wird versuchen mit "SEINEM" Vieh zu arbeiten. Seinem Vieh meine ich deshalb, weil seine Urinstinkte ihn leiten werden. Er ist überhaupt nicht mehr in der Lage uns zuzuhören. Der Beutetrieb (Hütetrieb) erwacht in ihm. Möchte ich nun einen jungen Hund von der Leine lassen, muss ich wissen was passieren kann. Zunächst einmal teile ich Junghunde in zwei Gruppen ein.

Die Erste, welche das Vieh zusammen halten möchte und
die Zweite durchaus Schwierigere, die das Vieh zerstreuen will.

Meine Schafe kennen das Procedere, sie sind Border Collies gewohnt. Eine solche Schafgruppe ist von großem Vorteil. Meist umkreisen die Hunde die Schafe, arbeiten aber sehr dicht. Mein Ziel ist es nun den Hund nicht in die Herde zu lassen. Das bedeutet ich treibe ihn immer wieder weg von der Schafgruppe. Dazu darf die Gruppe nicht zu groß sein. Ich denke 10 Tiere sind dazu optimal.
Mit Geräuschen mache ich den Hund dann aufmerksam, wenn er in die Gruppe hineinrennt oder versucht ein Schaf zu beißen. Dazu nehme ich gerne eine Rundlederleine, welche ich schnell über meinem Kopf kreisen lasse. Der Hund ist durch dieses Geräusch irritiert und versteht sehr schnell dass, wenn er seinen Abstand zum Vieh hält, dieses irritierende Etwas nicht da ist. Reagiert der Hund auf diese Geräusche nicht, benutze ich meine verbale Sprache, oder verwende eine zusammengerollte Plastiktüte und schlage mir damit geräuschvoll gegen das Bein.
Border Collies die das Vieh zerstreuen möchten, hindere ich daran in die Viehgruppe zu laufen. Ich versperre ihnen den Weg. Um so heftiger ein Hund das Vieh attackiert, desto heftiger wird er von mir attackiert. Er erkennt, dass sein Handeln falsch ist und wird nach einiger Zeit die zu hütende Viehgruppe umkreisen.
10 Minuten, dann Schluss mit der ersten Lektion.

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Das Stoppkommando

Dieses Kommando ist das Wichtigste. Ich lerne meinen Hunden dieses Kommando nun mit Beginn der Ausbildung. Wenn der Hund im sicheren Abstand, angeleint vor den Schafen steht, gebe ich ihm ein Kommando damit er sich hinlegt. Ich verwende dazu die Kommandos "Mach Platz" oder "Lie down". Da er das Kommando noch nicht kennt, drücke ich ihn in Höhe der Schulterblätter nach unten und achte darauf, das er nicht zu mir, sondern weiterhin nach den Schafen schaut. Diese Lektion wiederhole ich über mehrere Tage so oft, bis sich der Border Collie auf ein leises Platz, ohne meine Hilfestellung hinlegt. Nun nehme ich den Hund von der Leine, gehe weiter in die Richtung der Schafe und gebe in leiser Sprache das Platzkommando. Ignoriert der wahrscheinlich in diesem Moment nervöse Border Collie das Kommando, rufe ich ihn mit "Hier" ein Stück zurück, gebe das Kommando "Platz" erneut in leisem ruhigem Ton. Der Schützling muss lernen seinen Beutetrieb unter den Gehorsam zu stellen. Auch Hunde welche im täglichen Umgang ihr Stoppkommando sicher beherrschen, lassen sich beim Vieh oft schwer stoppen. Das Vertrauen, auf die Befehle des Ranghöheren zu hören, muss wachsen. Ich gehe nun immer wieder ein Stück näher zu den Schafen, gebe immer wieder das Platzkommando. Flüchtet das Vieh, darf der Hund keinesfalls losspurten, sondern muss lernen auf seinem Platz zu verweilen. Diese Lektion ist eine gehörige Portion Nerventraining für den Hund, aber er lernt schon in einem frühen Stadium seinem Ausbilder zu vertrauen und aus großem Abstand das Vieh zu kontrollieren. Sowohl das Vertrauen als auch das Bewegen des Viehs aus größerer Entfernung sind wichtige Grundelemente der Hüteausbildung! Während der nächsten Übungen vergrößere ich mehr und mehr den Abstand zwischen mir und dem Hund, gebe immer wieder leise Platzkommandos. Ab und zu ignoriert der Hund das Kommando bzw. legt sich nicht ab, sondern stoppt nur. Ich gebe dem Willen des Hundes nach, denn ich möchte erreichen, dass der Hund anhand der Stimmlage erkennt ob er langsam stoppen soll oder ein hinlegen erwünscht ist. Diese "Melodie der Stimme" ist in der nächsten Lektion näher erläutert.
Die täglichen Übungen sollen 10 Minuten nicht überschreiten. Bei allen Lektionen darf der Spaß des Hundes nicht zu kurz kommen. Zwischen den Stoppkommandos lasse ich meine Jünglinge immer wieder die Schafe umkreisen. Sie dürfen "ihr" Vieh kontrollieren.

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Die Melodie der Stimme

Ein und dasselbe Kommando hat später unterschiedliche Bedeutungen. Je nach Tonfall möchte ich zum Beispiel dass mein Hund schnell stoppt und stehen bleibt oder nur sein Tempo drosselt. Dazu teile ich die Kommandos in Stimm-ungs-lagen ein. Freundlich lobend bis barsch, tadelnd.
Möchte ich dass mein Hund stoppt, gebe ich ihm ein freundliches ruhiges Kommando "Mach Platz". (das heißt nicht, dass er sich hinlegen soll, ein Stehen bleiben reicht aus) Ignoriert er diese ruhige Sprache, ertönt das gleiche Kommando in einer sehr barschen Art, so dass der Hund augenblicklich erschrickt und anhält. Im gleichen Moment gebe ich das Kommando "mach Platz" in einer Stimmungslage als wollte ich ihm sagen "so ist es brav". Der Hund wird mit seinem Platzkommando gelobt. Das hat den Vorteil, dass er in seiner Konzentration bleibt. Nervösen, hektischen Hunden gebe ich dieses lobende Platzkommando so oft bis eine Entspannungsphase eingetreten ist. Erst dann arbeite ich mit ihnen weiter. Die zeitliche Abfolge der lobenden/barschen Kommandos darf nicht zu langsam sein, damit der Hund den Zusammenhang verstehen lernt. Der Schützling begreift nun sehr schnell, dass er die Wahl der Sprache hat. Ungehorsam = barscher Ton, Gehorsam = freundlicher Ton. Der fortgeschrittene bzw. ausgebildete Hund wird anhand der Stimmlage erkennen, ob ein schnelles stoppen oder nur ein langsamer werden erwünscht ist. Aus den erlernten Befehlen wird Kommunikation.


Das Vorwärtskommando
Parallel zum Stoppkommando erlernt der Border Collie sein Kommando zum Vorwärtstreiben des Viehs. Dazu gebrauche ich die Kommandos "Komm gerade" oder "Get up".


Border Collies lassen sich durch Zischlaute gut animieren. Nach einem Platzkommando gebe ich meinem jungen Hund mit einem leisen "Tschsch" den Befehl zum Aufstehen bzw. Vorwärtsgehen und somit zum Bewegen der Schafe. Während er die Gruppe vorwärts treibt gebe ich ihm ermunternd freundlich das Kommando "komm gerade" oder "get up". Habe ich das Gefühl, mein Hund hat den Befehl verstanden, lasse ich den Zischlaut weg. Der Border Collie lernt jetzt in ruhigem Schritt das Vieh zu bewegen. Wird er zu schnell oder hektisch stoppe ich ihn. Schafft er es nicht das Vieh zu bewegen, helfe ich ihm die Gruppe voran zu treiben.
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Der Punkt der Balance, ruhiges Wegtreiben

ist nicht zu verwechseln mit der 12 Uhr Position. Zwar wird der Hund mir das Vieh auch aus der 12 Uhr Position zubalancieren, er muss jedoch lernen aus jeder Position den Punkt der Balance zu finden.
Schon während der Übungen des Stopp/Vorwärtskommandos, lernt der Border Collie das Vieh zu balancieren.


Der Hund versucht die Schafe auf einer geraden Linie zu treiben. Er bewegt sich nicht zwangsläufig hinter den Schafen, sondern sucht den Punkt der Balance. Der junge Border Collie muss lernen diesen Punkt zu finden und zu halten. Das braucht Zeit! Arbeitet der Hund dabei zu dicht am Vieh benötigt er zu viel Körpereinsatz. Stimmt sein Abstand, balanciert er es mit seinem Auge. Diesem Part der Ausbildung muss man grosse Bedeutung schenken. Ich benutze für diese Lektionen flüchtige Schafe (Heidschnucken, Skudden, Blackface etc). In der ersten Phase soll der Border das Vieh nur anbewegen. Hat er das getan, erfolgt ein Stoppkommando. Solange genügend Druck vom Hund ausgeht, wird die Schafgruppe flüchten. Hält die Gruppe an, reicht der Druck des Hundes nicht mehr aus. Nun darf der Hund sie wieder anschieben. Nach gewisser Zeit versteht der Border, dass er das Vieh nur anbewegen soll. Diese Lektion dient dazu dem Hund beizubringen am Druckpunkt anzuhalten. Die flüchtigen Schafe werden immer in grossem Abstand zum Hund bleiben. Nach gewisser Zeit wird der Hund ohne Kommando an diesem Punkt stoppen, die zweite Phase der Übung beginnt. Ich möchte erreichen, dass der Border Collie den Druckpunkt selbständig erkennt, in ruhiger Art die Schafe aufnimmt, und er sie langsam anbewegt. Sein Arbeitstempo muss im Schritt bleiben, sobald er anfängt zu traben, gebe ich ein Stoppkommando. Der Hund erkennt dabei, dass er bei selbständigem Tempowechsel immer wieder gestört wird. Da er das als unangenehm empfindet wird er vermehrt im Schritttempo arbeiten. Später gebe ich anstatt einem Stoppkommando einen sehr barschen Befehl "langsam" oder "steady". An der Tonart merkt der Border, dass er einen Fehler macht und er lernt so das neue Kommando. In der dritten Phase entwickelt sich der Schub. Im Schritttempo zu arbeiten ist bei flüchtigen Schafen nicht einfach. Die Schafe traben davon und der Hund muss sich eines schnellen Schrittes bemühen. Es entwickelt sich eine kraftvolle entschlossene Gangart. Hat der Border Collie nun gelernt am Druckpunkt anzuhalten sowie auf Distanz weiterzuarbeiten, kann er ohne Körpereinsatz das Vieh bewegen. Die Balance entwickelt sich. Das Kommando "langsam" wird nun in der letzen Phase verfeinert, sodass im Schritt mehrere Geschwindigkeiten erreicht werden, bzw. der Hund lernt, langsam aufzustehen, um das Vieh nicht zu beunruhigen.
Mehr und mehr entwickelt sich nun der Stil des Hundes. Dazu sei gesagt, dass nicht jeder Border Collie in der Lage ist diese verschiedenen Geschwindigkeiten zu erlernen, bzw. stilvoll zu arbeiten. Hier wird der Idealfall beschrieben.
Diese Übungen werden nun mit den folgenden Rechts- Linkskommandos verknüpft.
Was hier in wenigen Zeilen beschrieben ist, braucht in der Praxis ca. 2 Jahre training

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Die Rechts und Linkskommandos

Mein Border Collie ist nun in der Lage eine Schaf oder Viehherde in eine Richtung zu treiben, er hat schon etwas Balance entwickelt und lässt sich gut stoppen. Nun ist es an der Zeit ihm die Seitenkommandos beizubringen. Ich benutzte hierzu "Lauf links" und "Rechts raus" oder "Come by" und "Away to me".
Ich lege den Hund dazu vor die Schafe, trete seitlich zu der Schafgruppe hin, sodass der Hund nicht zwischen mir und den Schafen hindurchlaufen kann. Nun rufe ich ihn mit "Hier" zu mir. Während er sich auf mich zu bewegt, ermuntere ich ihn mit Zischlauten "Tsch, tsch, tsch" sich um die Schafe zu bewegen. Beim Zirkel nach rechts ertönt nun mein Kommando "Rechts raus", beim Zirkel nach links das Kommando "Lauf links". Auf 12 Uhr stoppe ich den Hund und gebe ihm das Kommando "Komm gerade". Wichtig hierbei ist, dass der Hund lernt, nicht zwischen mir und der Schafherde zu laufen. Diese Zone ist noch tabu für den jungen Hund.

Nach kurzer Zeit wechsele ich die Trainingsmethode indem ich mich nach links bewege während der Hund das Rechtskommando erhält.
Diese Trainingsphase wird den Hund eventuell irritieren, denn oft versucht der Border Collie instinktiv die 12 Uhr Position zu erreichen. Er wird dort die Richtung wechseln oder anhalten. Sobald sich der Hund auf 12 Uhr verlangsamt, erfolgt ein freundliches Richtungskommando. Die zeitliche Abfolge ist wieder sehr wichtig, der Hund braucht das Kommando bevor er auf 12 Uhr liegt oder anhält. Da ich als Ausbilder diesen Punkt schon erahne, ist es bei guter Beobachtung des Border Collies recht einfach, ihm im Millisekundenbereich den nötigen Befehl zu geben.
Er lernt so, unabhängig von meiner Position zu arbeiten und wird somit lenkbar. Des weiteren habe ich innerhalb einer Umkreisung, zweimal die Möglichkeit, den Abstand zwischen Border Collie und Schafherde zu korrigieren. (Siehe Grafik, eingezeichnete Nummern 1, 2
)

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Übungen mit den vier Grundkommandos

Einerseits ist es nun mein Ziel ein abwechslungsreiches Training für den Border Collie zu entwickeln. Andererseits darf der Hund weder anhand meiner Position, noch durch auswendig lernen einer immer wieder kehrenden Aufgabe erahnen, welche Kommandos aufeinander folgen.
Aus einem Abstand von ca. 10 m. lasse ich den Hund nach einer Seite um 90 Grad flankieren, stoppe ihn dann, gebe ihm das Vorwärtskommando und lasse ihn eine Wegstrecke die Viehgruppe treiben. In dieser Ausbildungsstufe erfolgt noch zwischen allen Kommandos ein Stoppbefehl. Dieser braucht später nicht mehr erfolgen. Nun variiere ich mit meinen Kommandos, gebe zwei bis drei Richtungsbefehle nach einer Seite, ein bis zwei Kommandos nach der anderen Seite. Das Flankieren beende ich stets mit unterschiedlich langen Bogen. Mal darf der Hund die Schafe umrunden, mal folgt nach einem achtel Bogen ein Stoppbefehl. Dazwischen gebe ich unregelmäßig Vorwärtskommandos. Alle Befehle erfolgen im Zufallsprinzip.
Wichtig bei dieser Übung ist die Qualität des Bogens sowie das gute Wegflankieren. Der Abstand zu den Schafen ist dann richtig, wenn die Gruppe während einer Umrundung nicht flüchtet.

Die gelbe Linie markiert die Ideallinie des Hundes. Die rote Linie zeigt die meist gewählte Linie unerfahrener Hunde. Nur durch gutes Training lernt der Hund die Schafe im richtigen Abstand zu flankieren.

Das Eindrehen zu den Schafen, nach dem Flankieren bzw. das Herausdrehen während dem Flankieren, soll in fast rechten Winkel geschehen.
Arbeitet der Hund zu eng, mache ich ihn mit Geräuschen aufmerksam. (siehe: Erste Schritte beim Vieh)

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Das Sammeln des Viehs
Der Hund soll nun lernen eine Viehherde einzuholen (Outrun). Dazu gehe ich mit meinem Border Collie bis auf einen Abstand von 20 - 30 m auf die Schafe zu. Der Hund hat gelernt in einem guten Winkel von mir weg zu flankieren. Mit einem Seitenkommando in sehr ruhiger Sprache, schicke ich den Hund nun los um die Schafe einzuholen. Dabei achte ich immer darauf, dass der Hund die Schafe im Blick hat und nicht zu mir schaut. Kommt er während des Herauslaufens zu eng an die Gruppe heran, stoppe ich ihn, gehe ruhig vor den Hund, stelle mich vor ihn, sodass er in gutem Winkel wieder von mir weg flankiert. So lernt der Border Collie, dass er nach dem stoppen nochmals öffnet. Den Abstand des Outruns vergrössere ich dann im Laufe der Zeit. Hat er diese Lektion verstanden, darf er auf der Koppel die Schafe eintreiben. Dabei muss beachtet werden, dass er alle Schafe umkreist und keine "Abkürzungen" benutzt.